Das Quad, ein Geländefahrzeug für wirklich jeden Untergrund
Historische Hintergründe der Entwicklung des Quads.
Ursprünglich war nicht der Freizeitgedanke der Hintergrund das Quad zu erfinden, sondern handfeste militärische Interessen. Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatte die US Army den Bedarf für ein leichtes Fahrzeug. Es sollte in jedem Gelände eingesetzt werden können und trotzdem leicht auf dem Luftweg zu transportieren sein. Der Vorvater der Quads aus Deutschland war der Kraftkarren - Kurzform Kraka, der 1962 für die Bundeswehr, von der Firma Faun, entwickelt wurde. Es war die Zeit des kalten Krieges und der Stellvertreterkriege in Asien und anderen Schauplätzen, die ein solches Fahrzeug für das Militär wichtig machten. Die Bauform selbst durfte im Hinblick auf das Transportgewicht so spartanische wie möglich ausfallen. Wichtig hingegen war die Bodenfreiheit, damit Geländegängigkeit und natürlich die Robustheit der Konstruktion. Die Fahrzeuge aus US Fabrikation sollten auch in jedem Klima als "Mädchen für alles" eingesetzt werden können.
Das Quad vom Allrounder des Militärs zum Freizeitfahrzeug.
Die Weiterentwicklung für den Freizeitbereich hatte zunächst nur drei Räder und kam aus Japan. Es waren die All-terrain-Motorcycles oder kurz ATC, die von Honda, später auch Yamaha und Kawasaki für den Absatzmarkt USA konzipiert wurden. Es handelte sich bei Ihnen um Freizeitfahrzeuge, die hauptsächlich in den Wüsten Kaliforniens eingesetzt werden sollten. Leider war die Fahrsicherheit der ATC's, zum größten Teil, dem Fahrspaß konstruktiv geopfert worden. Durch mangelnde Lenkbarkeit im Beschleunigungsprozess kam es immer wieder zu schweren Unfällen. In der Auswirkung wurde die Produktion schließlich Ende der 80er Jahre eingestellt.
Die Alternative, zu diesem mittlerweile beliebten Offroad-Sportgerät, kam als Erstes von Suzuki. Das heutige Quad war mit der LT 125 geboren. Die anderen Hersteller zogen bald nach und entwickelten ebenfalls die "sicherere Variante" auf vier Rädern. Neben der ständig wachsenden Anhängerschar der Freizeitfahrer wurde der Rennsport immer etablierter, aber auch gewerbliches Interesse, an diesen Geländefahrzeugen, entstand. Die Quads eroberten die Landwirtschaft. Für sie war die Zaunkontrolle und auch Reparatur, durch den Einsatz eines Quads, leichter als mit anderen Fahrzeugen. ATV's überzeugen die Landwirte nicht nur durch den Fahrspaß beim zügigen Erreichen der Außenbereiche, in teilweise schwierigstem Gelände, sondern auch durch ihre Unempfindlichkeit und Robustheit. Als wahre Packesel werden sie genutzt und erreicht trotzdem immer schnell und sicher ihr Ziel. Wie der militärische Urahn, so werden auch die heutigen Quads mit allen Witterungsbedingungen, von der Wüstenhitze bis zum zu den kalten Wintern Nordamerikas, ohne Probleme fertig.
Der Siegeszug des Quads erreicht in der Gegenwart wahre Höhenflüge. Allein in Nordamerika werden in jedem Jahr schätzungsweise etwa 1 Million neue Quads verkauft. Auch die anderen Märkte, wie beispielsweise der europäische Markt ziehen nach.
Vom Offroadfahrzeug zur Straßenzulassung.
Viele, der nach Europa importierten Quads, sind nicht von Anfang an als Straßenfahrzeug für den Verkehr zugelassen. Sie müssen zunächst aufwendig umgebaut werden. Der Schwerpunkt muss tiefer gelegt werden, Beleuchtung und Tacho müssen, den Vorschriften entsprechend, nachgerüstet werden. Auch die Bereifung wird in die straßentaugliche Version umgerüstet. Eine Spurverbreiterung sorgt für mehr Stabilität bei Kurvenfahrten. Erst in dieser Ausstattung darf ein Quad auf Europas Straßen betrieben werden. Da in Deutschland, der Umwelt, den Spaziergängern und auch der Natur zu Liebe, der Betrieb eines Quads im Offroadbereich grundsätzlich verboten ist, macht dieser Aufwand auch Sinn. Die Fahrzeuge müssen in erster Linie für die Straße sicher sein. Offroad dürfen sie schließlich nur in Sonderbereichen und für die Land- und Forstwirtschaft genutzt werden. Auch mit Straßenzulassungsumbau beweisen sie hier noch immer ihre perfekte Geländegängigkeit.
Heute stellen sich die Hersteller auf den europäischen Markt ein und bieten immer mehr Modelle an, bei denen der teure Umbau nicht mehr nötig ist. In der Motorisierung werden Quads in gleicher Bandbreite wie Motorräder angeboten. Gängig sind gegenwärtig Modelle zwischen 50 und 1000 ccm Hubraum. Auch am Fahrkomfort hat sich einiges geändert seit den Gründerjahren. Die heutigen Quads sind längst mit Stoßdämpfern und Federn ausgestattet. Die Ballonreifen vergangener Jahre übernehmen heute nur noch zusätzlich dämpfende Funktionen. Auch Modelle mit Servolenkung sind auf dem Markt.